Mein neues Projekt im Kontext moderner Performance-Kunst

Meine seit 2017 bestehende, beglückende künstlerische und wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der australischen Künstlerin Mel O’Callaghan setzt sich in diesem Jahr fort anläßlich eines Tages, der Einblick in ihr vielfältiges künstlerisches Schaffen gibt. Sie arbeitet in den Feldern von Videoinstallation, Performance, Malerei und Rauminstallation. Unsere Zusammenarbeit umfasst für mich sowohl, den wissenschaftlichen Hintergrund von Mels Arbeit, als auch die gemeinsame Entwicklung von Performance-Projekten, das Training der an den jeweiligen Ausstellungsorten auftretenden Performer:innen und das eigene Auftreten von mir als Performance-Künstlerin.

 

Siehe hierzu auch meine Katalog-Publikation:

Rittner, Sabine (2017). Trance, Ecstasy and Altered States of Consciousness.
In: SAM Art Projects (Hg.): Mel O’Callaghan – Dangerous on the Way. SAM Art
Projects Collection No. 14, p. 39-45. Paris.
Catalogue for the Solo- Exhibition and Performance Mel O’Callaghan „To Hear with my Eyes“ im Palais de Tokyo, Paris, Febr.-Mai 2017.


 

Musée d’Art Moderne, Paris, Salle Matisse

Tag der Begegnungen und des Austausches mit

Mel O’Callaghan | Pulse of the Planet

Donnerstag, 5. Februar 2026 von 11:00 bis 18:00 Uhr

Eintritt kostenlos

https://www.mam.paris.fr/fr/activite/journee-de-rencontres-et-dechanges-mel-ocallaghan-pulse-planet?activity_date=1770285600

Mel O’Callaghan, eine australische Künstlerin, deren Arbeit zwischen Paris und Sydney stattfindet, stellt sich einen Tag lang mit Performances, Gesprächskreisen, Austausch und Workshops vor, die sich der Erforschung des Lebenden und der Verbindung zwischen dem Menschen und dem Planeten Erde widmen. Die Künstlerin schlägt eine kollektive Meditation über Ritual- und Planetensounds vor. Ausgehend von der Aufnahme eines regelmäßigen Beats, der in den ozeanischen Tiefen – The Pulse of the Planet – eingefangen wurde – versammelt sich der Tag um die Werke der Künstlerin – Filme, Klangerfahrungen, Performance – Forscher, die sich für ökologische Themen engagieren, ökofeministische Denker und Klangtheoretiker rund um eine wesentliche Frage:
Welche Bedeutung wollen wir der Pulsation der Erde geben?

Performance Respire. Respire – Sydney 2019 – Foto Clemens Habicht

 

Diese Frage durchläuft die drei Sitzungen des Tages, die nacheinander dem Atem, den Ritualen und der Vibration gewidmet sind. Jeder dieser Momente stellt sich den Menschen und die Natur in einer Beziehung des Gleichgewichts und der gegenseitigen Unterstützung vor – ein Raum, in dem die natürliche Welt und der Mensch in der Gegenseitigkeit koexistieren, wobei jeder von der Gegenwart und Vitalität des anderen genährt wird.

Die künstlerische Praxis von Mel O’Callaghan, grundlegend transdisziplinär, mobilisiert eine Vielzahl von Medien – Film, Performance, Malerei, Skulptur und Soundgeräte. Ihre Arbeiten haben einen gemeinsamen Faden: Methoden der Zusammenarbeit mit akademischen und nicht-akademischen Wissensinhabern, einschließlich lokalem Wissen, sowie Aufmerksamkeit für Selbstüberschreitung. Sie sind Teil einer Dynamik, die das Individuum mit dem Kollektiv und mit einer erweiterten Ordnung der Beziehungen verbindet. Diese Dynamik manifestiert sich insbesondere durch die Etablierung zeitgenössischer Rituale, die als performative Verschreibungs- oder Unisono-Vorrichtungen menschlicher und nichtmenschlicher Agenten auf planetarer Ebene konzipiert sind.

Mehr Informationen zu den Werken der Künstlerin: www.MelOCallaghan.com

Performance Respire. Respire – Sydney 2019 – Foto Clemens Habicht


Das Programm des Tages:

Session 1 | Pulse of the Planet

11h–11h15 – Willkommen

11h15–11h30 – Klangarbeit
Pulse of the Planet Listening Session – eine hydrophonische Aufzeichnung aus den Tiefen der Erde, die den Puls des Planeten erfasst. Dieses Klangtauchen unterstreicht die rhythmische Vitalität der Erde selbst und zeigt die verborgenen Schwingungen, die die menschliche Wahrnehmung mit dem planetaren Leben verbinden. Es betont die intime Resonanz zwischen dem Körper, dem Klang und der lebendigen Welt.

11h30–12h30 – Gespräch | Klanggeologie
Diskussion moderiert von Kathy Alliou, mit Mel O’Callaghan, Léa Bismuth und Francis Rocard.
Rund um Mel O’Callaghan, mit Kuratorin Kathy Alliou, Autorin und Kunstkritikerin Léa Bismuth und Astrophysiker Francis Rocard, schlägt dieser runde Tisch vor, die künstlerischen, symbolischen und wissenschaftlichen Resonanzen des Ausdrucks Pulse of the Planet in der Arbeit von Mel O’Callaghan zu erforschen.

12h30–13h30 – Partizipativer Workshop rund um den Atem
Die Künstlerin Mel O’Callaghan und Sabine Rittner laden die Teilnehmer:innen zu einer Erkundung des Atems und der Resonanzräume des Körpers als Ort des Hörens und der Schwingung ein. Durch eine gemeinsame Atem-Erkundung wird der Workshop zu einer kollektiven Erfahrung des Tunings, bei der der Atem den Körper, den Geist und die Umwelt verbindet. Es eröffnet einen Raum des erweiterten Bewusstseins für die voneinander abhängigen Rhythmen, die das menschliche Leben mit dem tiefen Puls des Planeten verbinden.

13h30–15h00 – Mittagspause

Rauminstallation für Performance Respire, Respire – Poitiers 2019 – Foto Clemens Habicht

Session 2 | Alles ist Leben

15h–16h – Gespräch | Ritual
Partizipative Diskussion moderiert von Jessica Castex, mit Künstler Mel O’Callaghan, Devidas Gaonkar und Dr. Christine Guillebaud.
Erdbezogene Rituale markieren viel mehr als eine Feier: Sie dienen dazu, eine Passage zu schaffen und Raum und Zeit zu verändern. Menschen auf der ganzen Welt entwickeln Praktiken, die es uns ermöglichen, diese Schwelle zu überschreiten, um die Verbindung der Gegenseitigkeit zwischen dem Menschen und seiner Umwelt zu bekräftigen. Während sich die ökologischen Herausforderungen intensivieren, laden uns diese Traditionen ein, unsere Beziehung zum Leben zwischen kulturellem Erbe, Klimanotstand und Erfahrung des Heiligen zu überdenken.

16h–16h45 – Vorführungsfilm | Alles ist Leben
Vorführung einer neuen Videoarbeit, die den Dhillo erforscht, ein öko-feministisches Festival, das von Velip-Frauen in Baddem im Cotigao-Wald, Goa, gefeiert wird, das in Zusammenarbeit mit dem ökofeministischen und indigenen Volksrechtler Devidas Gaonkar durchgeführt wird. Die Arbeit verbindet die Geste, die Stimme und die Erde als voneinander abhängige Elemente, wo alles – Klang, Stein, Luft – als lebendig wahrgenommen wird. Jedes Jahr wandern Frauen stundenlang zu den alten Walddörlern an der Spitze der Ghats, in einem abgelegenen und dicht bewaldeten heiligen Hain, der als Bhui Pann bekannt ist.

16h45–17h – Pause

Performance To Hear with my Eyes – Paris 2017 – Foto Clemens Habicht

Session 3 | In My Hands The Earth Trembles

17h–17h30 – Partizipativer Workshop rund um Sound
Unter der Leitung von Sabine Rittner aktivieren die Teilnehmer:innen während eines immersiven, zwanzigminütigen Workshops Stimmgabeln, die auf die Erdfrequenz abgestimmt sind, und erforschen Resonanz, tiefes Hören und gemeinsame Schwingungen. Diese Stimmgabeln, die mit einer Geschwindigkeit von 210 Schlägen pro Minute getroffen werden, sind von der EEG-Forschung der Anthropologin Felicitas Goodman zu Trance-Zuständen inspiriert, die durch die Forschungsstudien von Sabine Rittner vertieft wurde. Die Arbeit erinnert an die planetare Pflege, das Symbiozän und eine fleischgewordene Heilung, die dazu einlädt, die Erde als einen lebendigen Organismus zu fühlen, dem der menschliche Körper zustimmt.

17h30–18h00 – Performance | In My Hands The Earth Trembles | Lisa Myeong-Joo
Ein lebendiges Werk, bei dem die Performer, die in mit Becken verzierten Kostümen gekleidet sind, ihre Körper in Resonanzinstrumente verwandeln.
Jede Geste setzt die Schwingung in Bewegung, wodurch sowohl der Puls der Erde als auch die Schläge des menschlichen Herzens erklingen.
Das Stück stellt einen viszeralen Dialog zwischen dem Körper und dem Planeten her und enthüllt die gemeinsame Lebenskraft, die durch sie hindurchgeht und sie im Einklang zittern lässt.

18h00 – Ende des Tages